Gefahr im Tunnel

Mit der Bahnunterführung am Bolzplatz (Bahnhofstraße/Teichweg und Schillerstraße) hatten wir uns schon in der vorletzten Ausgabe (Oktober 1999) befaßt. Die DKP hat – wie damals angekündigt – bei den Haushaltsberatungen im Stadtparlament Planungsmittel beantragt, um nach Lösungen für die Entschärfung dieses Brennpunktes zu suchen. Dieser Antrag wurde (wie auch alle anderen Anträge zum Haushalt, die nicht aus der SPD-Fraktion kamen) von der absoluten SPD-Mehrheit abgelehnt.

Worum ging es dabei ?

Der Tunnel, der an dieser Stelle die Bahnhofs- und Schillerstraße verbindet, ist so schmal, dass nur jeweils ein Fahrzeug durchpasst. Der Weg für Fussgänger ist nur durch eine weisse Linie von der Fahrspur getrennt. Da das Durchfahrtsverbot in Richtung Grillhütte offenbar auch nur symbolischen Charakter hat, ist die Straßeneinmündung auf der Nordseite des Tunnels eine weitere Gefahrenquelle. Darum wird diese Stelle sogar quasi amtlich als "gefährliche Stelle" benannt – in einem Informationsblatt der Schumacher-Schule, das bei der Einschulung verteilt wird. Folgerichtig wird davon abgeraten, Kinder auf diesem Weg zur Schule zu schicken. Für Schulkinder, die in diesem Bereich wohnen (Teichweg und weiter "auswärts") verlängert sich der Schulweg um ca. 1 Km, falls sie sich an diese Empfehlung halten.

Man muss damit rechnen, dass noch mehr Kinder und Jugendliche diese gefährliche Stelle passieren werden, sobald das neue Sportzentrum fertiggestellt ist – dort soll immerhin auch noch eine Skating-Anlage entstehen. Gleichzeitig wird mit Sicherheit auch zusätzlicher Verkehr zu und von den neuen Sportanlagen aufkommen.

Der neue Standort für die Reinheimer Feuerwehr soll auch in diesen Bereich. Dies trägt doch wohl auch noch zu einer Verschärfung des Verkehrs bei.

Seit dem letzten Fahrplanwechsel fährt auch die Buslinie 5503 durch den Tunnel, nachdem diese Strecke schon länger als Schleichweg (zur Vermeidung des Bahnüberganges in der Darmstädter Straße) beliebt ist. Vielleicht hat auch die Sperrung der Ueberauer Straße vor zwei Jahren (die Umleitung führte damals durch den Tunnel) einige Pendler erst auf den Geschmack gebracht, oder auch der Ausbau des Baumarktes (Cuny & Friedrich). Jedenfalls ist der Verkehr durch den Tunnel in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen.

Zugegeben: es ist schon seit einigen Jahren nichts passiert an dieser Stelle. Man sollte aber nicht abwarten, bis das erste Kind im Tunnel angefahren wird – bevor man die Frage aufwirft, ob ein sicherer Schulweg nicht vielleicht doch mehr wert ist, als manches andere Prestige - Objekt.